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Vor ziemlich genau neun Jahren machte sich eine Schülergruppe des Freigegenstandes „Wirtschaftsgeographie“ unter der Leitung von Prof. Helmut Wagner auf den Weg nach Brüssel, um dort hinter die Kulissen des Europäischen Geschehens zu blicken. Einer der Höhepunkte der Reise war sicherlich der Besuch im Niederösterreichischen Verbindungsbüro, jener Einrichtung in Brüssel , in der die Interessen unseres Bundeslandes gegenüber den EU-Institutionen vertreten werden. Auch ich war damals dabei und verbrachte einige interessante Tage in der „Hauptstadt Europas“. Heute, neun Jahre später, bin ich schon seit fast zwei Jahren im Niederösterreichischen Verbindungsbüro tätig und empfange regelmäßig selbst Schülergruppen aus diversen Schulen Niederösterreichs Doch die Betreuung von Besuchergruppen aus Niederösterreich ist nicht die einzige Aufgabe des Verbindungsbüros: Tagtäglich beobachten meine Kollegen und ich das EU Geschehen, bewerten seine Bedeutung und Auswirkungen für Niederösterreich und berichten darüber an die zuständen Stellen der NÖ Landesregierung sowie an andere interessierte Akteure in Niederösterreich. Somit ist unser Büro einerseits ein Informationsbüro, andererseits aber auch ein Lobbyingbüro, das entschieden für die Interessen Niederösterreichs eintritt. Zusätzlich repräsentieren wir auch Niederösterreich in Brüssel, indem wir im Rahmen von Fachkonferenzen und –seminaren, aber auch bei persönlichen Gesprächen mit Vertretern der EU-Institutionen und anderer Regionen Europas immer wieder auf die Besonderheiten Niederösterreichs hinweisen. Diese vielfältigen Tätigkeiten, die mein Beruf mit sich bringt, erfordern ein hohes Maß an Flexibilität, Kontaktfreudigkeit, Kommunikationsfähigkeit und natürlich Fremdsprachenkenntnisse. Den Grundstein für all diese Fähigkeiten konnte ich im Laufe meiner Ausbildung an der BHAK Krems und später beim Studium des „Export-oriented Management“ an der IMC Fachhochschule Krems legen und immer weiter ausbauen. Vor allem meine Liebe zu Fremdsprachen wurde bereits in meiner Schulzeit an der BHAK Krems deutlich und wurde dort auch entsprechend gefördert. Die acht Semester meines Studiums an der IMC Fachhochschule Krems habe ich vor allem dazu genützt, meinen Horizont zu erweitern – und das nicht nur in Statistik, Marketing und Buchhaltung – sondern auch kulturell: ich habe meine Englisch- und Französischkenntnisse vertieft, habe begonnen Russisch zu lernen, habe ein spannendes Austauschsemester in Frankreich verbracht, sechs Monate in Malaysia gearbeitet und bin schließlich, im Herbst 2003, zum ersten Mal seit unserer Exkursion 1998, wieder nach Brüssel zurück gekehrt. Dieses Mal jedoch gleich für vier Monate, als Praktikantin in einem wirtschaftlich orientierten Wiener EU-Informationsbüro. Dort lernte ich erstmals die Arbeit der unzähligen Lobbyingbüros in Brüssel kennen. ( Brüssel rangiert nach Washington weltweit auf Platz 2. der „Lobbyistenstädte“ – es soll hier an die 10.000 Lobbyisten geben!) Nach diesen vier spannenden Monaten musste ich jedoch erst einmal wieder nach Krems zurückkehren, um mein Studium abzuschließen. Ein halbes Jahr später, im Sommer 2004, hatte ich dann meinen „Mag. (FH)“ in der Tasche und war fest entschlossen, wieder nach Brüssel zurückzukehren. Die Gelegenheit dazu bot sich in Form von kurzfristigen Anstellungen in diversen österreichischen EU-Informationsbüros, bis ich schließlich an den Ausgangspunkt meiner „ Brüssel reise“ zurückkehren durfte – ins NÖ Verbindungsbüro. Hier bin ich nun seit August 2005 tätig, als „Sprachrohr“ der Niederösterreicher und Niederösterreicherinnen in Brüssel. Eine Rückkehr nach Krems ist jetzt aber erstmal nicht in Sicht – Brüssel hat mich in einfach in ihren Bann gezogen!
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